Enovis Blog 2024

Mehr als maßgeschneiderte Implantate

Geschrieben von Enovis Surgical | 30.09.2026, 12:54:55

Beim Umgang mit hochkomplexen orthopädischen Fällen liegt der Unterschied nicht nur im patientenspezifischen Implantat selbst. Die wirkliche Herausforderung beginnt lange vor der Operation – in der Fähigkeit, eine ganz bestimmte klinische Situation in einen geplanten, kooperativen und kontrollierten Behandlungsablauf umzusetzen.

Das ist die Philosophie hinter ProMade, dem patientenspezifischen Design-Service von Enovis, mit dem Chirurgen bei der Behandlung komplexer Anatomien unterstützt werden sollen. Durch die enge Kooperation zwischen klinischen und technischen Teams sowie der Fertigung trägt ProMade dazu bei, besonders komplizierte Fälle in maßgeschneiderte Lösungen umzuwandeln, die darauf abzielen, Funktion und Mobilität wiederherzustellen. ProMade ist ein Service für maßgefertigtes Design, der sich der Entwicklung individuell angefertigter Implantate zur Behandlung komplexester klinischer Fälle widmet und dazu beiträgt, Patienten wieder Freude an der Bewegung finden zu lassen.

Um besser zu verstehen, was hinter einer patientenspezifischen Lösung steckt, haben uns Antonino Scala, Produktentwicklungsleiter für den Bereich obere Extremitäten, sowie Federico Leandrin, Produktentwicklungsleiter im Bereich Hüfte und Knie für ProMade US, entsprechende Einblicke gewährt. Ihr Blick auf die Dinge hebt einen entscheidenden Punkt hervor: Der wahre Wert liegt nicht nur im fertigen Implantat, sondern im Prozess, der die Entstehung des Implantats ermöglicht.

Eines der wichtigsten Themen, das sich aus den Gesprächen ergibt, ist die Bedeutung des Zusammenwirkens von klinischem und technischem Know-how. Dabei ist die Designphase weitaus mehr als die Umwandlung einer CT-Aufnahme in ein 3D-Modell. Es bedarf gründlicher Kenntnis der Krankengeschichte des Patienten, der Bewertung von Qualität und Zuverlässigkeit des noch vorhandenen Knochenbestands, der Klärung von Fixierungsmöglichkeiten sowie der Festlegung des Vorgehens, das für jeden einzelnen Fall am besten geeignet ist.

Und gerade in dieser Phase kommt es in besonderem Maße auf die Kooperation zwischen Chirurgen und Technikern an.

 

In der Tat erfordern ähnliche Anatomien nicht zwangsläufig dieselbe Lösung. Frühere Revisionen, die Qualität des Weichgewebes, der für die Fixierung verfügbare Knochenbestand sowie klinische Ziele können den Kurs des Projekts beeinflussen. Durch den durchgehenden Informationsaustausch entsteht eine Lösung, in die klinische Anforderungen, biomechanische Überlegungen und fertigungstechnische Machbarkeit zusammen einfließen.

Bei schwerem Knochenverlust oder stark deformierter Anatomie kommt es dabei noch stärker auf die gemeinsame Planung an.

Mithilfe dieses Ansatzes lässt sich eine komplexe Situation angehen, potenzielle Schwierigkeiten sind frühzeitig erkennbar, und es lassen sich unterschiedliche Optionen bewerten, bevor die Operation erfolgt. Die Unterstützung des Chirurgen geht über das Implantat selbst hinaus. Es wird eine Reihe spezieller Instrumente entwickelt, mit denen sich die Planung leichter in die chirurgische Praxis umsetzen lässt.

 

Das Ergebnis ist ein Prozess, in dem Technologie, Know-how und Kooperation für ein gemeinsames Ziel eingesetzt werden: Chirurgen bei der Bewältigung der anspruchsvollsten Fälle zu unterstützen – durch eine klar definierte, abgestimmte und auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene Strategie.

Technologie, Erfahrung und Fachwissen sind allesamt wesentliche Elemente. Was jedoch aus diesen Gesprächen ganz besonders klar wird, ist der Wert der Kooperation zwischen Chirurgen und Technikern, die gemeinsam Fälle behandeln, in denen Standardlösungen möglicherweise nicht ausreichen. Dieser kooperative Ansatz trägt dazu bei, hochkomplexe Anatomien in patientenspezifische Behandlungswege umzusetzen, wobei es das oberste Ziel ist, Beweglichkeit, Funktion und Lebensqualität wiederherzustellen.

Das Gespräch wird in der nächsten Ausgabe des Newsletters fortgesetzt. Wir werden uns darin mit dem Umgang mit komplexen Anatomien, patientenspezifischen Instrumenten und der Zukunft der personalisierten orthopädischen Chirurgie befassen.